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12. März 2019Liebe Regierung, lieber Bundestag: Bitte weniger reden und mehr anpacken!

Bei dem Versuch, dieses politische Wirrwarr zu verstehen, würde wohl so gut wie jede Künstliche Intelligenz scheitern. In Sachen KI haben wir hier in Deutschland nämlich die ungewöhnliche Situation, dass sich im Grunde alle Parteien, sogar die Wirtschaft sowie die Forschung, einig sind: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Tatsächlich wird auch was getan. Irgendwie, aber nicht genug.

Das wurde gerade wieder in der Bundestagsdebatte zur „Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung“ deutlich. Man war sich einig: Es ist eine Zukunftstechnologie, wir brauchen dazu mehr Forschung, mehr Start-up-Förderung, bessere Rahmenbedingungen und so weiter.

Bereits im November veröffentlichte das Wirtschaftsministerium das entsprechende Papier. In schönster Politik-Prosa heißt es darin:

„Ziel ist es, Deutschland als Forschungsstandort für Künstliche Intelligenz zu stärken. Zudem soll die Förderung der Anwendung von KI in der Wirtschaft, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen vorangetrieben werden. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft sollen im Sinne eines spürbaren gesellschaftlichen Fortschritts und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gefördert werden. Der Nutzen für Mensch und Umwelt soll dabei in den Mittelpunkt gestellt und der intensive Austausch zum Thema KI mit allen gesellschaftlichen Gruppen gestärkt werden.“

Seitdem ist aber viel zu wenig geschehen. Die Entwicklung in diesem Feld ist derart rasant, dass die klassischen Prozesse viel zu langsam laufen. Wir von TEAL fordern endlich mehr Umsetzungswillen und ganz praktische Tatkraft. Das gilt aber auch für viele Unternehmen. Denn diese haben von dem Sonntagsreden-Modus noch nicht auf Werktags-Einstellung umgeschaltet.

Gerade für derart innovative Unternehmen wie TEAL ist es wichtig, dass Deutschland im internationalen Vergleich in Sachen KI auf Augenhöhe bleibt.

Eine Bitkom-Umfrage hat gerade gezeigt, dass vier von zehn berufstägigen Bundesbürgern (44 Prozent) sagen, dass sie es gut finden würden, wenn eine KI den eigenen Vorgesetzten unterstützen würde. Drei von zehn würden sogar noch weiter gehen und den eigenen Chef gerne komplett durch eine KI ersetzen.

Bei der Umsetzungsgeschwindigkeit der Bundesregierung fragt man sich fast schon, wie viele Menschen gerne das Kabinett durch eine KI ersetzt hätten.